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Verseuchtes Wasser tötet jährlich 3,6 Millionen Menschen

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22. März 2010 – Zum Weltwassertag am 22. März mahnen die Vereinten Nationen und Organisationen wie das Stockholm International Water Institute SIWI dringende Verbesserungen in der Wasserversorgung an. Weltweit haben rund 900 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Krankheit und Tod sind die Folge.


Thalif Deen/IPS - "Versuchtes Wasser tötet mehr Menschen als alle Formen von Gewalt, Kriege eingeschlossen", heisst es in einer Stellungnahme von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon zum Weltwassertag. Dieses Jahr steht er unter dem Motto „Sauberes Wasser für eine gesunde Welt“.

Täglich 4000 tote Kinder

Schätzungen zufolge sterben jährlich 3,6 Millionen Menschen, unter ihnen 1,5 Millionen Kinder, an Krankheiten, die aus dem Wasser kommen. Dazu gehören Diarrhoe, Typhus und Cholera. Krankheiten wie diese töten nicht nur mehr Menschen als Gewalt, sondern auch mehr Kinder als HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose.

Nach Angaben von Serena O'Sullivan von „End Water Poverty'“in London sterben täglich 4000 unter Fünfjährige an den Folgen verseuchten Wassers. Wie sie weiter hervorhebt, sind in Entwicklungsländern über die Hälfte aller Spitalbetten mit Patienten belegt, die an Durchfallerkrankungen leiden.

Kaum Fortschritte bei Sanitärversorgung

Die Verbesserung der Trinkwasser- und der Sanitärversorgung bis 2015 gehört zu den Millenniumsentwicklungszielen (MDGs), auf die sich die internationale Gemeinschaft im Jahre 2000 geeinigt hat. Festgehalten ist die Forderung im siebten der acht Ziele. Auch der fehlende Zugang zu sanitären Anlagen hat schwerwiegende Folgen. So gibt nach UNO-Schätzungen etwa die Hälfte der Mädchen, die in Afrika die Schule abbrechen, vorzeitig auf, weil ihre Schule ihnen keine separaten Toiletten zur Verfügung stellt.

Ein neuer Bericht des Weltkinderhilfswerks UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation WHO kritisiert, dass bis heute 39 Prozent der Weltbevölkerung oder 2,5 Milliarden Menschen keinen Zugang zu einer verbesserten sanitären Versorgung haben. Die beiden UNO-Organisationen, die mit Blick auf MDG 7 gemeinsam den Fortschritt beobachten, warnen: Bleibe der gegenwärtige Trend unverändert, werde die internationale Gemeinschaft das Sanitärziel um fast eine Milliarde Menschen verfehlen.

Besser steht es dem Bericht zufolge um Fortschritte bei der Trinkwasserversorgung. Für 87 Prozent der Weltbevölkerung oder 5,9 Milliarden Menschen habe sich die Wasserversorgung verbessert. So hätten 57 Prozent oder 3,8 Milliarden Menschen fliessendes Wasser. In Sachen Wasserversorgung ist MDG 7 nach Einschätzung der Experten durchaus zu erreichen.

Kein Grund zu feiern

Allerdings existieren grosse regionale Unterschiede. Schwarzafrika und Ozeanien zum Beispiel liegen weit hinter dem Soll. Nur 60 Prozent der Menschen im Afrika südlich der Sahara und 50 Prozent der Menschen in Ozeanien haben heute eine bessere Trinkwasserversorgung. Auch innerhalb einzelner Länder seien Fortschritte nicht durchgängig zu verzeichnen, bemerkt O'Sullivan. Für sie gibt es insgesamt keinen Grund zu feiern.

Auch SIWI-Direktor Anders Berntell erkennt zwar Fortschritte, aber viel zu geringe: Es sei ein Skandal, dass die Zahl der Menschen ohne Zugang zu einer verbesserten sanitären Grundversorgung nicht sinke. Das MDG 7 verlangt die Halbierung ihrer Zahl. Wie es in dem neuen WHO-UNICEF-Bericht heisst, bleibt viel zu tun, selbst wenn dieses Ziel erreicht wird. Auch dann sind noch immer 1,7 Milliarden Menschen unversorgt.

 

 
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