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Verheerende Dürre macht das Trinkwasser in der Karibik knapp

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16. März 2010 - Die Karibik- und die zentralamerikanischen Karibikanrainerstaaten leiden unter einer schlimmen Dürre. Die Einwohner müssen daher sparsam mit dem kostbaren Nass umgehen. Um den Mangel an Süsswasser auszugleichen, wollen die Behörden nun Entsalzungsanlagen einsetzen und durch 'Wolkenimpfungen' Niederschläge auslösen.

Peter Richards/IPS - In St. Lucia drohen inzwischen Geldbussen und Haftstrafen bis zu sechs Monaten, wenn das Wasser nicht ausschließlich zum Trinken, Kochen und Waschen benutzt wird. Bereits vor Jahren warnten die Experten vor den Folgen langer Trockenperioden, die seit den siebziger Jahren deutlich zugenommen haben. Auch Barbados und die von immerhin 365 Flüssen durchzogene Insel Dominica warnten die Verbraucher vor zunehmender Wasserknappheit.

Die Regierung des südamerikanischen Staates Guyana stellt grössere Summen Geld bereit, um gravierende Schäden für die Landwirtschaft und Viehzucht zu verhindern. Mehr als 40 Quadratkilometer Reisfelder und Getreideäcker im Landesinnern seien durch die Dürre gefährdet, sagte Agrarminister Robert Persaud. Auch Nutztiere hätten unter dem Wassermangel zu leiden.

Um die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern, sind im laufenden Haushalt rund 29,4 Millionen Dollar für die Verbesserung der Bewässerungssysteme in der Landwirtschaft vorgesehen. Guyanas Präsident Bharrat Jagdeo sagte außerdem weitere 1,2 Millionen Dollar für Massnahmen gegen El Niño zu. Das zyklisch auftretende Klimaphänomen führt dazu, dass warmes Oberflächenwasser aus dem äquatorialen Pazifik ostwärts strömt. In der Folge können entweder schwere Überschwemmungen oder Dürren auftreten. Jagdeo räumte ein, dass manche Gemeinden in seinem Land noch nicht einmal mehr genügend Trinkwasser haben.

Trinidad und Tobago setzt auf Entsalzung

Der Premierminister von Trinidad und Tobago, Patrick Manning, will die bisher einzige Entsalzungsanlage ausbauen lassen, um den Inselstaat weniger abhängig von Süsswasserquellen zu machen. Laut dem für die öffentlichen Versorgungsbetriebe zuständigen Minister Mustapha Abdul-Hamid sind die Wasserreservoirs zurzeit wesentlich spärlicher gefüllt als sonst in dieser Jahreszeit.

Die Wasserbehörde WASA verbot den Bürgern unterdessen, die knappe Ressource zum Autowaschen und Bewässern von Pflanzen und Rasenflächen zu verwenden. Manning verhielt sich konsequent, als er einen Vertrag mit einem Dienstleister kündigte, der auf dem Grundstück seiner Residenz Rasensprenger eingesetzt hatte. Zeitungen hatten zuvor entsprechende Fotos vom Domizil des Regierungschefs veröffentlicht.

WASA befürchtet, dass sich die Situation im Laufe des Jahres weiter verschlimmern wird. Der spärliche Regen hat bereits dazu geführt, dass weniger Wasser als benötigt aufbereitet werden kann. Zwischen Januar und Juni vergangenen Jahres seien erheblich weniger Niederschläge gefallen als erwartet, erklärte WASA-Mitarbeiter Collin Nym. Statt der von Meteorologen für Januar vorhergesagten 80 bis 90 Millimeter seien lediglich fünf Millimeter gemessen worden.

Die Regierung von Jamaika zieht in Erwägung, Wolken mit Silberjodid zu 'impfen', um Regenfälle über ausgedorrten Gebieten zu provozieren. Wasserminister Horace Chang beriet darüber kürzlich mit einer Gruppe von Wissenschaftlern. Die 'Wolkenimpfungen' sind allerdings eine Option, die den finanziell klammen Staat teuer zu stehen käme.

Um seine Verpflichtungen gegenüber dem Internationalen Währungsfonds IWF einhalten zu können, musste Jamaika bereits bei einem Dürrebekämpfungsprogramm Abstriche machen. Der IWF hatte ein millionenschweres Umschuldungsabkommen an strikte Sparauflagen geknüpft.

Einnahmeverluste für Jamaikas Wasserversorger

Die Regierung in Kingston plante ursprünglich, mehrere stillgelegte Brunnen wieder in Betrieb zu nehmen. Laut Chang entgehen der Nationalen Wasserkommission durch die Dürre monatliche Einnahmen in Höhe von rund 2,2 Millionen Dollar. "Die Leute zahlen nicht, wenn sie kein Wasser bekommen. Dadurch steigen unsere Betriebskosten", erklärte er.

Auch die Unternehmen stöhnen unter der Trockenheit. Wenn es weiterhin nicht regne, müsse Wasser mit Lastern zu den Fabriken gebracht werden, sagte der Vorsitzende der jamaikanischen Industriellenverbands, Omar Azan. Die Behörden in Antigua und Barbuda befürchten indes, dass die Reservoirs bei dem gewohnten Wasserverbrauch der Bevölkerung spätestens Anfang April leer sein werden.

Experten warnen davor, dass diese Notlage weiter anhalten wird. Adrian Trotman vom Karibischen Institut für Meteorologie geht davon aus, dass Länder wie Barbados noch mindestens drei Monate unter extremer Trockenheit leiden werden. Er appellierte daher an alle zuständigen Behörden in der Region, unverzüglich Massnahmen zum Wassersparen einzuleiten.

 

 
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