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Der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz fehlen Fachleute

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5. Juli - Dem Schweizer Arbeitsmarkt in der internationalen Zusammenarbeit fehlen Ingenieure, Lehrpersonen und vor allem medizinische Fachkräfte. Dennoch stehen viele Stellensuchende einem relativ kleinen Angebot gegenüber, wie der erste Arbeitsmarktbericht des cinfo in Biel zeigt.


Viera Malach/InfoSüd - Cinfo, das Zentrum für Information, Beratung und Bildung für Berufe in der internationalen Zusammenarbeit (IZA) vermittelt seit über 20 Jahren entsprechende Jobs. „Die Branche ist in Veränderung begriffen: Inserate zeugen davon, dass sich der IZA-Markt öffnet“, konstatiert cinfo-Geschäftsleiter Cuno Derendinger.

Deshalb gab das cinfo eine detaillierte Auswertung dem Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS) in Auftrag. Über das bisherigen Monitoring hinaus liefert der erste Arbeitsmarktbericht Daten, die Interessierten und Beschäftigten bei der Stellensuche oder Weiterbildung hilfreich sind und auch den Organisationen und Institutionen besser bei der Personalplanung dienen.

“Unser Befund entspricht dem allgemeinem Trend auf dem Schweizer Arbeitsmarkt: Es gibt einen Mangel an Ingenieuren und Lehrpersonen, vor allem aber fehlen Fachkräfte in Pflege und Medizin.“ Dass der Arbeitmarkt in der internationalen Zusammenarbeit keine Ausnahme darstelle, habe ihn beruhigt, fügt Derendinger an.

Erstaunt habe ihn das hohe Bildungsniveau. Die Bass-Analyse zeigt, dass auffällig viele IZA-Stellensuchende einen Studienabschluss haben (93 Prozent), während im Schweizer Durchschnitt rund ein Drittel über einen höheren Abschluss verfügt (35 Prozent).

Erfahrung zentral

Zwar wird in der Entwicklungszusammenarbeit tatsächlich meist höhere Ausbildung gefragt, in der Humanitären Hilfe genügt für rund 16 Prozent der Stellen ein Abschluss auf Sekundarstufe. In beiden Bereichen wird indes bereits Erfahrung vorausgesetzt - eine Hürde, die vor allem beim Einstieg zu schaffen macht.

Viele Interessierte absolvieren mehrere Praktika und üben Gelegenheitsjobs aus, bis sie eine IZA-Anstellung finden. Was man arbeitet und wie das Pflichtenheft aussieht, sei ebenfalls entscheidend. Auch wer zuvor jahrelang in einem konventionellen Beruf in der Schweiz gearbeitet hat, könne seine Kompetenzen in der IZA einsetzen.

Humanitäre Hilfe gefragt

Beispiel dafür ist die Humanitäre Hilfe (HH) nach dem Erdbeben in Haiti im Februar 2010. Hier war umgehend medizinisches Personal gefragt, rund 35 Prozent der Stellen-Ausschreibungen betrafen Haiti.

Auf die Humanitäre Hilfe entliefen im Vorjahr 62 Prozent der Stellen. Ingesamt beschäftigte der Schweizer IZA-Arbeitsmarkt in 3681 Vollzeitstellen rund 4300 Fachpersonen.

Allerdings suchen nur zwei Prozent ausschliesslich HH-Stellen. Die meisten sind an längerfristigen Einsätzen der Entwicklungszusammenarbeit interessiert (57%) oder in beiden Bereichen (41%).

Mangel in schwierigen Einsatzorten

Eine Herausforderung ist, Personal für schwierige Einsatzorte zu finden, die als Familien-untauglich und oft gefährlich gelten. Neben Haiti und Sudan zählen dazu etwa Pakistan und Afghanistan. Hinzu werde die Personalsuche teils dadurch erschwert, dass Einige berufliche Rückschritte befürchteten.

Weil das Angebot an Stellen in den „schwierigen Ländern“ grösser ist als das Angebot an geeignetem Personal, rekrutiert etwa das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) auch im Ausland.

Die Arbeitgeber

Das SRK ist eine von den befragten 91 IZA-Organisationen, die ihren Hauptsitz oder eine Niederlassung in der Schweiz haben und die offene Stellen vorwiegend mit Schweizer Arbeitnehmenden besetzen. Der grösste Teil der Arbeitgeber (88 Prozent) sind Non-Profit-Organisationen. Dazu gehören etwa die Stiftung Terre des Hommes oder Ärzte ohne Grenzen.

Nur fünf Prozent der Arbeitgeber sind Organisationen, die zu mehr als 80 Prozent staatlich finanziert sind, so das Internationale Komitee vom Roten Kreuz IKRK oder die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA. Sieben Prozent der Arbeitgeber im Schweizer IZA-Arbeitsmarkt sind gewinnorientierte, privatwirtschaftliche Unternehmen. Diese beschäftigen allerdings nur knapp zwei Prozent aller IZA-Angestellten.

Marktgrösse

“Die wichtigsten Anbieter zu bestimmen wie auch die Grösse des IZA-Marktes, darin liegt für uns der Gewinn des Arbeitsmarktberichts“, resümiert cinfo-Geschäftsleiter Cuno Derendinger. Die Umfragen werden fortan alle zwei Jahre durchgeführt und die Auswertungen in die Beratungen einfliessen wie auch in Weiterbildungsangebote. Zwar gebe es weit weniger offene Stellen als Arbeitssuchende, die Stellenvermittlung über das cinfo erreiche jedoch die Bedürfnisse beider sehr gut.

Der vollständige erste Arbeitsmarktbericht zur internationalen Zusammenarbeit ist auf www.cinfo.ch aufgeschaltet.

 

 
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