18. Februar 2010 - Die Armut und den Hunger weltweit reduzieren: Die DEZA setzt vor allem auf ländliche Entwicklung. Sie fördert die kleinbäuerliche Produktion und moderne Anbaumethoden, um die Ernährungssicherheit in Ländern des Südens zu stärken.
Viera Malach/InfoSüd – „Vor allem in den Ländern des Südens hat sich die Ernährungslage bis hin zu einer Hungerkrise verschärft“, konstatierte DEZA-Direktor Martin Dahinden an der Jahresmedienkonferenz der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in Bern. Dass die Zahl der Hungernden weltweit auf über eine Milliarde gestiegen ist, sei eine Folge der Finanz- und Wirtschaftkrise. Preisspekulationen bei Getreide, der Anbau von Pflanzen für die Herstellung von Biodiesel („Agrotreibstoffe“) und Aufkäufe von Land durch ausländische Investoren verschärfen die Lage. Besonders in Afrika wirke sich zudem der Klimawandel auf Landwirtschaft und Ernährung aus, betonte Dahinden. Dürre oder Regenfluten reduzierten die Erträge.
In dieser schwierigen Lage könne die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit durchaus einiges bewirken, erklärte der DEZA-Direktor. Tatsächlich gilt die ländliche Entwicklung als ein Gebiet, auf dem die Schweiz im internationalen Vergleich besondere Stärken aufweist. „Die DEZA unterstützt seit langem die kleinbäuerliche Produktion und auch die Forschung für ans Klima angepasste Saatgut“, führte Dahinden aus. Als Beispiele nannte er die Züchtung von dürreresistentem Mais im südlichen Afrika, von widerstandsfähigeren Reissorten in der Mekongregion oder von neuen Kartoffelsorten in Lateinamerika. Für ihr Programm mit einheimischen Kartoffelsorten in Peru wurde die DEZA vor drei Jahren mit einem Preis der UNO ausgezeichnet.
„Die ländliche Entwicklung fördert die DEZA gezielt über Programme in den Schwerpunktländern“, präzisierte Edita Vokral, DEZA-Vizedirektorin und Leiterin des Bereichs Regionale Zusammenarbeit. Für die bilaterale Zusammenarbeit werden rund 80 Prozent der Mittel für die ländliche Entwicklung eingesetzt.Die Erfahrungen aus den Regionalprogrammen sowie aus den regionalen Forschungszentren fliessen in die Globale Zusammenarbeit ein, wie Bereichsleiterin Ruth Huber ergänzte. Die Schweiz könne so im internationalen Politikdialog viel Know-how zu Landwirtschaft bieten. Die DEZA werde noch diese Jahr einen Wirkungsbericht zu der ländlichen Entwicklung vorlegen, kündigte DEZA-Direktor Dahinden an.
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